Praxiserfahrung statt Verwaltungskarrieren

Personalsuche des Bielefelder Polizeipräsidiums zeigt strukturelles Problem bei Führungspositionen

Die mögliche Neubesetzung der Leitung des Polizeipräsidiums Bielefeld wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wer führt eigentlich unsere Sicherheitsbehörden? Nach einem Bericht der Neuen Westfälischen könnte erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Bewerber aus dem Polizeivollzugsdienst an die Spitze der Behörde rücken. In den vergangenen Jahren wurden solche Positionen in Nordrhein-Westfalen häufig mit Juristen oder Verwaltungsbeamten besetzt – in der Regel solcher, die das "passende", d. h. opportune Parteibuch mitbringen. Für Organisationen, die stark von praktischer Erfahrung leben, kann das zu einem wachsenden Graben zwischen Führungsebene und denjenigen führen, die sich tagtäglich mit beruflichen Realitäten auseinandersetzen müssen. Rechtlich ist das zulässig. Politisch stellt sich jedoch eine andere Frage: Welche Art von Erfahrung ist für die Führung einer Polizeibehörde notwendig?

Polizeiarbeit entsteht nicht im Büro. Sie entsteht im Einsatz, auf Streife, bei Konflikten, in Situationen, in denen Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden müssen. Wer diese Realität aus eigener Berufslaufbahn kennt, bringt eine Perspektive mit, die sich nicht allein aus Verwaltungspraxis ableiten lässt. Die AfD fordert deshalb grundsätzlich: Führungspositionen in sicherheitsrelevanten Behörden müssen stärker an praktische Berufserfahrung geknüpft werden. Nicht Verwaltungskarrieren und Parteimitgliedschaften, sondern fachliche Laufbahnen sollten der Maßstab sein.

Sascha Fersen, AfD-Ratsherr und Mitglied im Polizeibeirat, erklärt dazu: „Wer eine Polizeibehörde führen will, sollte die Realität des Polizeidienstes kennen. Praxiserfahrung darf nicht der Ausnahmefall sein, sondern sollte die Regel sein."