Behörden sollten die Regeln der deutschen Sprache befolgen

Die AfD-Fraktion brachte bei der letzten Ratssitzung einen Antrag ein, demzufolge das Gendern in der Amtssprache der Stadt Bielefeld beendet werden solle. Michael Sahm, Ratsherr und Wissenschaftlicher Referent der Ratsfraktion, begründete den Antrag wie folgt:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, liebe Kollegen und Gäste,

soweit eine entsprechend der deutschen Sprache seit Jahrhunderten korrekte Anrede. Schiebt man allerdings mehrere Artikel vor und verstümmelt das Nomen durch Asteriske (das ist das Gendersternchen "*"). Schrägstriche, Doppelpunkte, Variationen des Buchstabens I, Unterstriche oder Klammern zur Ansprache oder Benennung mehrerer Geschlechter,
bewegt man sich nicht nur außerhalb grundlegender Regeln der deutschen Sprache, man übergeht auch die Interessen der Bevölkerung, die das Gendern zu mehr als 75% ablehnt. Wildes Gendern spaltet.

Dies ist daher explizit kein Verbotsantrag. Anders als fast alle anderen Beschlüsse hier, würde dieser endlich einmal die Interessen der Bürger dieser Stadt vertreten. Die Bielefelder fühlen sich übergangen, wenn eine kleine linksideologische Minderheit bevormundender Weise einfach meint, grammatische Regeln neu aufstellen zu können. Gendersprache hat daher in städtischen Schreiben, Webauftritten, auf Hinweistafeln und Co. nichts verloren.

Ich stelle mir auch die Frage, ob jene freigeistige Beschäftigte überhaupt die deutsche Sprache verstanden haben, denn das generische Maskulinum ist ein Neutrum und keine männliche Form. Es schließt bekanntermaßen alle ein. Auch die Beidnennung verkompliziert unnötig.

So empfiehlt die Stadt Bielefeld in einem bisher nicht aufgehobenen Leitfaden, der mit „Liebe Kolleginnen, liebe Interessierte, liebe Bielefelderinnen und Bielefelder!" beginnt, das Gendersternchen. Der Leitfaden der Gleichstellungsstelle positioniert das als Vorbild für die gesamte Stadtverwaltung. Blasphemischer Weise werden hier neben Frauen und Männern auch weitere Geschlechter herbeiphantasiert.

Genau das meine ich, wenn ich moniere, dass sich eine selbstgefällige Minderheit über eine Mehrheit und gültige Regularien hinwegsetzt. Der Rat für deutsche Rechtschreibung schreibt nämlich: „Diese Sonderzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie." So ein Unsinn wurde nie in ein Regelwerk aufgenommenes gilt daher streng genommen als Fehler.

Fehlerhaft ist beim Gendern z. B. auch immer der Genitiv Singular: Bei dem Antrag „der/ des Politiker*s/in" werden Genus, Kongruenz, Wortstruktur und Morphologie gebrochen, wie es der deutschen Sprache klar entgegensteht.

Wirklich diskriminierend ist es, Menschen mit Sehbehinderung, geringer Literalität oder Fremdsprachlern die Sprache zusätzlich zu erschweren. So sieht es auch der Rat für deutsche Rechtschreibung.

Und bevor wieder drauf losgeschossen wird, dass das generische Maskulinum Menschen ausschließe: Das ist wissenschaftlich eben nicht erwiesen. Es gibt zahlreiche Gegenstudien.
In dem Leitfaden der Stadt Bielefeld heißt es auch: „Wir laden Sie herzlich ein, mit unserer Sprache zu spielen, kreativ zu sein und eigene geschlechterumfassende Formulierungen zu finden."

Ich lade Sie herzlich ein, diesen Wahnsinn zu beenden und zurück zur Besinnung, zum Regelwerk der deutschen Sprache, zu kommen. Stimmen Sie daher für diesen Antrag, der die Mehrheitsmeinung widerspiegelt. Das generische Maskulinum soll in sämtlichen Verlautbarungen städtischer Beschäftigter Status quo sein. Formulare, Online-Auftritte sowie Tür- und Hinweisschilder sollen entsprechend binnen sechs Monaten angepasst werden.

Vielen Dank.