Gewalt im Nahverkehr: Busfahrer erneut angegriffen

Wenn der Arbeitsplatz zum Risiko wird

Der Angriff auf einen Busfahrer in Bielefeld-Sennestadt ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern ein weiteres Beispiel für eine Entwicklung, die sich seit Jahren beobachten lässt. Nachdem der Fahrer eine randalierende und offenbar alkoholisierte Gruppe aus seinem Bus verwiesen hatte, wurde er von drei Männern angegriffen, geschlagen und getreten. Dass der Busfahrer dabei nur leicht verletzt wurde, ist letztlich Glück – nicht Ausdruck eines funktionierenden Schutzsystems.

Solche Vorfälle häufen sich. Immer wieder berichten Polizei und Medien von Angriffen auf Busfahrer oder Zugbegleiter. Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Übergriffe gehören für viele Beschäftigte im Nah- und Fernverkehr inzwischen zum Berufsrisiko. Wer täglich Verantwortung für den sicheren Transport hunderter Fahrgäste übernimmt, muss heute offenbar einkalkulieren, dass ein normaler Arbeitstag jederzeit in Gewalt umschlagen kann.

Auffällig ist dabei eine Schieflage in der politischen Debatte: Während regelmäßig über den Ausbau des Nahverkehrs, über neue Linien oder über Mobilitätskonzepte diskutiert wird, gerät eine grundlegende Frage erstaunlich oft aus dem Blick – der Schutz der Menschen, die diesen Betrieb überhaupt erst möglich machen. Dabei liegt ein Teil der Lösung längst auf dem Tisch. Gewerkschaften fordern seit Jahren bessere Sicherheitskonzepte, etwa technische Schutzmaßnahmen oder den Einsatz von Bodycams. Solche Instrumente dienen nicht der Eskalation, sondern der Abschreckung und der besseren Dokumentation von Übergriffen.

Der Angriff in Sennestadt zeigt einmal mehr: Ein öffentlicher Nahverkehr, der immer weiter ausgebaut werden soll, kann nur funktionieren, wenn auch der Schutz der Beschäftigten ernst genommen wird. Wer Busfahrer und Zugbegleiter im Stich lässt, gefährdet am Ende nicht nur einzelne Mitarbeiter, sondern die Verlässlichkeit des gesamten Systems.

Dr. Florian Sander, Vorsitzender der AfD-Ratsfraktion, erklärt dazu: „Busfahrer und Zugbegleiter sorgen täglich dafür, dass der öffentliche Nahverkehr funktioniert. Wenn diese Beschäftigten immer häufiger Ziel von Gewalt werden, ist das ein Alarmzeichen. Wer einen funktionierenden Nahverkehr will, muss auch diejenigen schützen, die ihn am Laufen halten.“