Kritik an Musk und Zuckerberg: Die Scheinheiligkeit des Bielefelder Establishments
„Der Coup der Milliardäre“ titelte die Tageszeitung Neue Westfälische, deren alleinige Eigentümerin bekanntermaßen zu 100 Prozent der SPD-Medienholding gehört. Gemeint sind neben Jeff Bezos und Mark Zuckerberg natürlich vor allem Elon Musk sowie der 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump. NW-Autor Karl Doemens warnt dabei vor Musks „politischen Parolen“ und einer potenziellen Oligarchie.
Das verwundert, denn mit politischer Einflussnahme hat die SPD normalerweise kein Problem, solange sie ihren eigenen politischen Zielen dient. Wenn der Multimilliardär George Soros linke Nichtregierungsorganisationen finanziell unterstützt, Einfluss auf politische Bewegungen nimmt und Migration fördert, hält sich die Eigentümerin der Neuen Westfälischen mit Kritik zurück. Im Gegenteil: 2018 traf sich die damalige SPD-Justizministerin Katarina Barley mit dem Strippenzieher, um über Fragen der „offenen Gesellschaft“ und „die Zukunft unserer Demokratie“ zu sprechen. Zur Erinnerung: Soros agiert weltweit als milliardenschwerer Investor und finanziert über die von ihm gegründete Open Society-Stiftung beispielsweise Correctiv.org, das sich in Deutschland für Zensur im Internet starkmacht.
Aber auch das Management von Arminia Bielefeld lässt politisch kaum ein Fettnäpfchen aus. Obwohl der DSC durch die eigene Satzung eigentlich zu politischer Neutralität verpflichtet wäre, postete der Verein zur NRW-Landtagswahl 2022 in den sozialen Medien einen Aufruf, die AfD nicht zu wählen. Scheinbar hat Arminia nichts aus diesem Fauxpas gelernt und erklärte am 10. Januar 2025, Elon Musks Plattform „X“ verlassen zu wollen. Die Begründung: Musk übe politischen Einfluss aus.
Dem Fußballverein gleich tut es die Stadt. In der vergangenen Sitzung des Haupt-, Wirtschaftsförderungs- und Beteiligungsausschusses ließ die Stadtverwaltung verlauten, dass sich die offizielle X-Präsenz der Stadt Bielefeld von X zurückzöge. In der Mitteilung heißt es, die kommunale Öffentlichkeitsarbeit unterliege „hohen Ansprüchen“, welche „auf X nicht mehr erfüllt“ würden.
Dr. Florian Sander, Vorsitzender der AfD-Ratsgruppe und Oberbürgermeisterkandidat, fasst zusammen: „Die offensichtliche Doppelmoral der SPD und ihrer Anhänger ist kaum noch zu überbieten. Während linke Milliardäre wie George Soros ungehindert politische Bewegungen steuern und finanzieren dürfen, wird bei Elon Musk und anderen plötzlich vor einer ‚Oligarchie‘ gewarnt. Arminia Bielefeld belehrt seine Fans über politische Moral und scheitert in der Folge nicht nur sportlich, sondern auch moralisch. NW, SPD und Co entdecken plötzlich wieder eine Klassenkampf-Attitüde, die sie, als das Großkapital noch brav ‚woke‘ und ‚bunt‘ war, nur allzu gerne vergessen hatten. Paradebeispiele dafür, wie bei den Lifestyle-Linken von heute mit zweierlei Maß gemessen wird – politische Einflussnahme aus dem Ausland und aus der Wirtschaft sind für sie nur dann ein Problem, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passt.“